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Amphetamin, Speed, Ecstasy und Führerschein

Speed, Crystal und Ecstasy behandelt das Fahrerlaubnisrecht gleich streng. Was nach einem Nachweis droht, was für ADHS-Präparate gilt und wie der Weg zurück aussieht.

Cannabis & DrogenStand: 28. Juli 2026Lesezeit ca. 6 Min.Fragen? 0800 44 600 88

Speed, Pep, Crystal, Ecstasy, Molly: Die Namen klingen nach unterschiedlichen Welten. Für die Führerscheinstelle gehören sie zusammen. Amphetamin und seine Verwandten werden im Fahrerlaubnisrecht wie Kokain oder Heroin behandelt, also deutlich strenger als Alkohol oder Cannabis. Wer beim Thema Amphetamin und Führerschein nur an ein Bußgeld denkt, unterschätzt die Lage.

Die Kurzfassung: Schon die nachgewiesene Einnahme reicht in der Regel, um die Fahreignung zu verneinen, unabhängig davon, ob Sie dabei gefahren sind. Die Fahrerlaubnis wird dann meist entzogen. Zurück gibt es sie nur mit einer erfolgreichen MPU, für die fast immer ein belegter Drogenverzicht nötig ist. Eine Sonderstellung haben ärztlich verschriebene Präparate, etwa bei ADHS.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Stoffe gemeint sind, wie lange sie nachweisbar sind, was für Medikamente gilt und wie Sie den Rückweg planen.

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Welche Stoffe gemeint sind

Das Straßenverkehrsgesetz listet in einer Anlage zu § 24a die berauschenden Mittel auf, deren Nachweis im Blut bereits eine Ordnungswidrigkeit begründet. Aus der Amphetamin-Familie stehen dort drei Einträge:

Eintrag in der Anlage Gängige Bezeichnungen Nachgewiesene Substanz
Amfetamin Speed, Pep Amphetamin
Metamfetamin Crystal, Meth Methamphetamin
Designer-Amfetamin Ecstasy, MDMA, Molly MDMA, MDA, MDE

Alle drei Gruppen sind zugleich Betäubungsmittel im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes. Damit greift im Fahrerlaubnisrecht dieselbe Bewertung wie bei Kokain.

Amphetamin und Führerschein: die strenge Grundregel

Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung bewertet unter Nr. 9.1 die Einnahme von Betäubungsmitteln als Grund, der die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ausschließt. Das gilt für alle Klassen, vom Motorrad bis zum Bus. Die Tabelle beschreibt den Regelfall. Abweichungen sind theoretisch möglich, bei illegal beschafften Amphetaminen aber die seltene Ausnahme.

Entscheidend ist der Unterschied zu Cannabis. Dort fragt die Behörde, ob jemand Konsum und Fahren trennen kann. Bei Amphetamin kommt es darauf nicht an. Ein einziger gesicherter Nachweis kann ausreichen, auch wenn er nicht aus einer Verkehrskontrolle stammt.

Was nach einer Fahrt unter Amphetamin passiert

Fällt die Blutprobe nach einer Kontrolle positiv aus, laufen zwei Verfahren nebeneinander. Die Bußgeldstelle ahndet den Verstoß gegen § 24a Abs. 2 StVG, beim ersten Mal in der Regel mit 500 Euro, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten. Zeigen sich Fahrfehler, kommt ein Strafverfahren in Betracht. Parallel prüft die Fahrerlaubnisbehörde Ihre Eignung und entzieht die Fahrerlaubnis häufig, ohne vorher ein Gutachten anzufordern. Den Ablauf von Kontrolle, Vortest und Blutprobe schildert der Beitrag Positiver Drogentest bei der Polizeikontrolle.

Ob eine Entziehung im Einzelfall angreifbar ist, beurteilt eine Kanzlei für Verkehrsrecht nach Einsicht in die Akte.

Speed und Führerschein ohne Fahrt

Auch ohne Fahrzeug kann Amphetamin Folgen für die Fahrerlaubnis haben. Wird der Konsum etwa in einem Strafverfahren wegen Besitzes bekannt, darf die Polizei Informationen an die Führerscheinstelle weitergeben. Wie solche Verfahren ablaufen, beschreibt der Beitrag Drogenbesitz ohne Fahrt.

Ecstasy und Führerschein: worauf es zusätzlich ankommt

Bei Ecstasy gilt rechtlich dasselbe wie bei Speed. In der Praxis zeigen sich aber Besonderheiten. Tabletten und Kristalle haben oft eine unklare Zusammensetzung, sodass Labore nicht selten mehrere Wirkstoffe gleichzeitig finden. Außerdem wird Ecstasy häufig im Umfeld von Partys und zusammen mit Alkohol konsumiert.

Für die Begutachtung bedeutet das: Gutachter fragen nicht nur nach der einen Pille, sondern nach dem gesamten Muster. Welche Stoffe kamen sonst noch vor? Wie oft? In welchem Rahmen? Werden Alkohol und andere Mittel kombiniert, kann sich die Fragestellung erweitern. Was beim Zusammentreffen mehrerer Substanzen gilt, erklärt der Beitrag Mischkonsum und MPU.

Nachweiszeiten im Vergleich

Die folgenden Spannen sind Orientierungswerte aus der Fachliteratur. Sie verschieben sich mit Dosis, Konsumhäufigkeit, Körperbau, Flüssigkeitszufuhr, Säuregrad des Urins und der Messmethode.

Stoff Blut Urin Haar
Amphetamin (Speed) etwa 12–24 Stunden, bis rund 2 Tage etwa 1–4 Tage Monate
Methamphetamin (Crystal) etwa 1–2 Tage etwa 2–5 Tage Monate
MDMA (Ecstasy) etwa 24 Stunden, bis rund 2 Tage etwa 1–4 Tage Monate

Eine Berechnung, ab wann Sie sicher unter einer Nachweisgrenze liegen, gibt es nicht. Unsere Abbau-Uhr zeigt daher bewusst nur Spannen. Für die MPU spielt ohnehin eine andere Zeitspanne die Hauptrolle: die Dauer, über die Sie Drogenfreiheit belegen.

Verschriebene Amphetamine, etwa bei ADHS

Nicht jedes Amphetamin im Blut stammt aus illegalen Quellen. Bei ADHS werden Präparate verordnet, die Amphetamin enthalten oder im Körper zu Amphetamin umgewandelt werden. Für diese Situation enthält das Gesetz eine wichtige Ausnahme.

Nach § 24a Abs. 4 StVG ist die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 2 nicht anzuwenden, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt. Bestimmungsgemäß heißt: so, wie es verordnet wurde. Wer die Dosis eigenmächtig erhöht oder fremde Tabletten nimmt, kann sich darauf nicht berufen.

Die Ausnahme betrifft nur das Bußgeld. Ob Sie sicher fahren können, ist eine eigene Frage. Bei einer Dauerbehandlung schaut Anlage 4 Nr. 9.6 der Fahrerlaubnis-Verordnung darauf, ob die Leistungsfähigkeit unter das erforderliche Maß sinkt. Einzelheiten zu typischen ADHS-Präparaten erläutert der Beitrag ADHS-Medikamente und Führerschein, allgemeine Hinweise zu Arzneimitteln am Steuer finden Sie unter Medikamente und Fahreignung.

Gut zu wissen: Seit der 5. Auflage der Beurteilungskriterien wird bei verschriebenen Amphetamin-Präparaten im Abstinenzprogramm eine stereoisomere Analyse vorgesehen. Amphetamin kommt in zwei spiegelbildlichen Formen vor. Die Untersuchung prüft, ob der Befund zum verordneten Präparat passt oder auf zusätzlichen Konsum hindeutet. Geben Sie Ihre Verordnung deshalb vor Programmbeginn an.

Der Weg zurück zum Führerschein

Nach einer Entziehung wegen Betäubungsmitteln muss die Behörde vor der Neuerteilung ein medizinisch-psychologisches Gutachten anordnen (§ 14 Abs. 2 FeV). Dasselbe gilt bei wiederholten Fahrten unter Drogen. Damit dieses Gutachten positiv ausfallen kann, braucht es zwei Dinge: Belege und eine nachvollziehbare Veränderung.

Belege: das Drogenscreening

In einem forensischen Abstinenzprogramm liegen die Entscheidungswerte im Urin bei 30 ng/ml für Amphetamin und Methamphetamin und bei 50 ng/ml für MDMA, MDEA und MDA. Im Haar gilt jeweils 0,1 ng/mg. Die Programme laufen über 6, 12 oder 15 Monate. Bei regelmäßigem Konsum über längere Zeit ist ein Jahr häufig realistisch, bei einer überwundenen Abhängigkeit nennt Anlage 4 Nr. 9.5 FeV ausdrücklich eine einjährige Abstinenz.

Veränderung: das Gespräch

Gerade bei Amphetaminen spielt die Funktion der Droge eine große Rolle. Manche nahmen Speed, um Nachtschichten oder Prüfungsphasen durchzuhalten. Andere wollten am Wochenende länger feiern oder sich selbstsicherer fühlen. Gutachter möchten verstehen, welches Bedürfnis dahinterstand und wie Sie es heute anders erfüllen.

Dazu kommen Fragen nach dem Umfeld. Wer hat Ihnen den Stoff besorgt, und besteht dieser Kontakt noch? Welche Situationen wären heute riskant, etwa eine Feier mit alten Bekannten oder eine Phase mit hoher Arbeitsbelastung? Überzeugend wirkt, wer solche Risiken konkret benennt und erklären kann, wie er ihnen begegnet. Wie Sie Ihre Vorgeschichte geordnet aufbereiten, zeigt der Beitrag Drogenkonsum ehrlich aufarbeiten. Einen Überblick über die gesamte Begutachtung bietet die Seite MPU wegen Drogen.

Beispiel: Ein 29-jähriger Lagerarbeiter nimmt über ein Jahr hinweg Speed, um Doppelschichten durchzustehen. Bei einer Kontrolle auf dem Heimweg wird Amphetamin im Blut gefunden, kurz darauf entzieht die Behörde die Fahrerlaubnis. Er wechselt in ein Schichtmodell ohne Nachtarbeit, beginnt ein Jahresprogramm und arbeitet mit einer Beratung heraus, warum er Erschöpfung früher mit Drogen überdeckt hat. Das Beispiel ist erfunden.

Wenn Sie merken, dass Sie ohne das Mittel kaum noch durch den Alltag kommen, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis oder einer Suchtberatungsstelle. Diese Hilfe steht unabhängig vom Führerscheinverfahren offen.

Fazit

Amphetamin, Methamphetamin und Ecstasy stehen im Fahrerlaubnisrecht auf einer Stufe mit Kokain. Schon die Einnahme schließt die Eignung im Regelfall aus, eine Entziehung ohne vorheriges Gutachten ist häufig. Die Nachweiszeiten sind kurz, doch für die MPU zählt ein lückenlos belegter Verzicht über Monate. Verschriebene Präparate sind vom Bußgeld ausgenommen, wenn sie bestimmungsgemäß eingenommen werden. Wer früh mit einem anerkannten Programm beginnt und die Gründe für den Konsum ehrlich aufarbeitet, schafft die beste Grundlage für die Begutachtung.

Persönliche Unterstützung: Kostenfreie Erstberatung unter 0800 44 600 88 – telefonisch und online, in NRW auch persönlich.

Stand: Juli 2026

Häufige Fragen

Ist der Führerschein nach einem Amphetamin-Befund weg?

Sehr häufig ja. Amphetamin ist ein Betäubungsmittel, und nach Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung schließt schon dessen Einnahme die Eignung im Regelfall aus. Viele Führerscheinstellen entziehen die Fahrerlaubnis deshalb nach einem gesicherten Befund, ohne vorher ein Gutachten anzufordern.

Wird Ecstasy anders bewertet als Speed?

Rechtlich kaum. MDMA, MDA und MDE stehen als sogenannte Designer-Amphetamine in derselben Liste zu § 24a StVG wie Amphetamin und Methamphetamin. Für die Fahreignung gilt dieselbe Regel: Die Einnahme genügt im Regelfall, um die Eignung zu verneinen.

Wie lange ist Speed im Urin nachweisbar?

Als grobe Orientierung etwa ein bis vier Tage, im Blut meist rund 12 bis 24 Stunden. Im Haar bleibt Amphetamin über Monate erkennbar. Menge, Häufigkeit, Stoffwechsel und Labormethode verschieben diese Spannen deutlich.

Darf ich mit einem ADHS-Medikament auf Amphetamin-Basis Auto fahren?

Für das Bußgeld nach § 24a StVG gibt es eine Ausnahme, wenn ein ärztlich verschriebenes Medikament bestimmungsgemäß eingenommen wird. Ob Sie fahrtüchtig sind, hängt trotzdem von Wirkung, Dosis und Ihrem Zustand ab. Besprechen Sie das mit der verordnenden Ärztin oder dem verordnenden Arzt.

Was passiert, wenn ich im Abstinenzprogramm ein verschriebenes Amphetamin nehme?

Melden Sie die Verordnung dem Labor vor Programmbeginn. Nach der 5. Auflage der Beurteilungskriterien wird bei verschriebenen Amphetamin-Präparaten eine stereoisomere Analyse durchgeführt. Sie soll zeigen, ob neben dem Medikament weitere Amphetamine konsumiert wurden.

Quellen

  1. Anlage zu § 24a StVG – Liste der berauschenden Mittel und Substanzen
  2. § 24a StVG – Ordnungswidrigkeiten unter Alkohol und berauschenden Mitteln (Abs. 4: verschriebene Arzneimittel)
  3. Anlage 4 FeV – Eignung und bedingte Eignung (Nr. 9 Betäubungsmittel)
  4. § 14 FeV – Klärung von Eignungszweifeln im Hinblick auf Betäubungsmittel und Arzneimittel
  5. Universitätsklinikum Heidelberg, Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin – FAQ Abstinenzprogramme (Stand 06/2026)

Redaktion MPU-Scout · Stand: 28. Juli 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

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